Spielmobiltreffen 2018 in Schleswig-Holstein

Bericht von der Spielmobiltagung 2018 in Schleswig-Holstein

 

Cola in Liter-Eimern, Chips zum Mittagessen – überall in Deutschland leben Kinder immer ungesünder und werden immer dicker. Kinderärzte sehen die größten Gefahren für die Gesundheit der Kinder in falscher Ernährung, Bewegungsmangel in der Freizeit und einer zu intensiven Nutzung von Fernsehen und Computer. Was lässt sich dagegen tun? Einfach mal zum Spielmobil gehen!

 

„Bewegung und Ernährung“ war das Thema des Spielmobiltreffens in Schleswig-Holstein, das vom 23. bis 25. März 2018 in der Jugendbildungsstätte Barmstedt stattfand. Von Freitagabend bis Sonntagmittag trafen sich insgesamt 49 Teilnehmer*innen. Schwerpunkte bildeten wieder die Vorstellungen gelungener Spielmobilprojekte, mehrere Workshops, Film- und Fachvorträge und natürlich das Spielecafe.

 

Die Tagung fand in Kooperation mit dem Deutschen Kinderhilfswerk und der BAG Spielmobile e.V. statt.

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Tagung 2012

Spielmobile gegen Rassismus und Diskriminierung – Neues aus dem Norden

„Mobbing unter Kindern – Was können Spielmobile tun?“ Das war eines von vielen Themen, mit denen sich die TeilnehmerInnen beim diesjährigen Spielmobiltreffen in Schleswig-Holstein auseinandersetzten. Vierzig SpielmobilerInnen waren Ende März 2012 wieder in der Jugendbildungsstätte in Barmstedt im Kreis Pinneberg zusammengekommen. Ein Wochenende lang tauschten sie Ideen und Erfahrungen aus und beschäftigten sich mit pädagogischen Fragen. Die Landesarbeitsgemeinschaft Spielmobile Schleswig-Holstein (LAG) konnte auch einige Gäste aus Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern begrüßen. Einen besonders weiten Weg zur Tagung hatte dieses Jahr Thomas Wodzicki von der BAG Spielmobile auf sich genommen, der extra aus Thüringen angereist war.

Zwei ganztägige und sechs zweistündige Workshops, ein Fachvortrag, Filmvorführungen über gelungene Projekte, eine Spielzeug-Tauschbörse und ein Spieleabend – und zum Abschluss noch die Jahreshauptversammlung der LAG. Das alles vom Freitagabend bis zum Sonntagnachmittag. Da war wieder für alle etwas dabei. Die Vielfalt des Angebots macht es aus, dass auch nach über zwanzig Jahren die Tagung erneut ein voller Erfolg war.

Einen bewährten Schwerpunkt der Tagung stellten die vielfältigen Workshops am Samstag dar. Dank der Unterstützung der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung Schleswig-Holstein e.V. konnten zwei ganztägige Workshops mit externen Referenten angeboten werden. Sebastian Geisler vom Jugendzirkus Ubuntu führte in das Thema Zirkusspiele ein. Von der Akrobatik bis zur Jonglage, für Anfänger bis zum Fortgeschrittenen hatte er Tipps und Hinweise parat, um mit einfachen Mitteln einen Kinderzirkus anleiten zu können. Parallel lernten die SpielmobilerInnen bei Stefan Wöbke Taschenspielertricks kennen. Mit ein bisschen Geschick und Fingerfertigkeit wurden sie so zu Gauklern und Zauberkünstlern. Mit wenigen und kleinen Requisiten verblüfften sie am Abend und am folgenden Tag noch die eine oder den anderen.

„Krachmacher – Schminkstempel – Streichholzhäuschenbau – Tesadosen – Naturpädagogik – Spiele aus Afrika“. Diese zweistündigen Kurzworkshops wurden von KollegInnen aus der Spielmobilszene geleitet, die damit das Programm am Samstag abrundeten. Dabei handelte es sich um bewährte Angebote aus ihrer Arbeit. Der hohe praktische Nutzen der Workshops führte dazu, dass diese Angebote spontan verlängert wurden und sogar noch am Abend in dem oder anderen Raum kreativ gewerkelt wurde.

Der Abend stand dann im Zeichen der Tauschbörse und des anschließenden Spielecafes. Bambusrohre, Kopierpapier, Stelzen und Gesellschaftsspiele, alles Dinge die schon lange ungenutzt im Regal verstaubten, wurden zu Tauschgegenstände. Die Spielmobile hatten ihre Lager aufgeräumt und ausrangierte aber noch funktionstüchtige Spielsachen mitgebracht. Was für den einen ein Ladenhüter ist, ist für die andere ein langgesuchtes Spielzeug. So verwandelte sich das Plenum der Bildungsstätte in eine Tauschbörse und schon nach wenigen Minuten hatten die ausgedienten Spielsachen neue BesitzerInnen gefunden.

Nach einer kurzen Nacht (es war wieder Spieleabend oder besser Spielenacht) stand ein ernstes Thema auf dem Programm. „Mobbing unter Kindern – Was können Spielmobiler tun?“ war das diesjährige Theoriethema, mit dem sich die SpielmobilerInnen am Sonntagmorgen beschäftigten. Toni Sürken vom Jugendamt der Stadt Neumünster hielt dazu ein Impulsreferat. Es entspann sich eine angeregte Diskussion mit vielen Beiträgen. Vom offenen Rassismus bis zur verbaler und subtiler Gewalt konnten die SpielmobilerInnen über ihre Erfahrungen aus den vielfältigen pädagogischen Arbeitsfeldern berichten. Und so verschieden die Spielmobile sind, so unterschiedlich ist auch die Umgehensweise mit diesem sehr schwierigen Thema. Konsens war, dass Diskriminierungen unter Kindern nicht geduldet werden dürfen und damit offensiv umgegangen werden muss. Eine weitere Erkenntnis des intensiven Austausches war es, dass die Spielmobile mit dem Thema „Mobbing unter Kindern“ immer mehr konfrontiert sind und sich der verschiedensten pädagogischen Methoden bedienen. Damit ist das schwierige Thema aber leider noch nicht vom Tisch. Die LAG überlegt dieses Thema in Workshops auf zukünftigen Tagungen weiter zu vertiefen.

Der Austausch von Informationen stand zum Abschluss der Tagung im Vordergrund. Unser Gast Thomas Wodzicki referierte über die Arbeit der BAG Spielmobile, über besonders interessante Projekte, über Zuschussmöglichkeiten, neue Geldquellen und Fortbildungsangebote. An mehreren Infotischen konnten sich die TeilnehmerInnen dann noch mit umfangreichen Informationsmaterialien der BAG Spielmobile, der LKJ Schleswig-Holstein und dem Deutschen Kinderhilfswerk eindecken.

Die vielen positiven Rückmeldungen zur Tagung motivieren die LAG Spielmobile Schleswig-Holstein gleich wieder mit der Planung der nächsten Tagung zu beginnen. Die soll im Frühjahr 2013 erneut in Barmstedt stattfinden. Neue und alte Gesichter sind dann wieder herzlich willkommen. Anregungen und Ideen zur Tagung werden von der LAG gerne aufgenommen!

Spielmobilspektakel am 21. September 2008 auf der Landesgartenschau in Schleswig

Großes Aufgebot früh am Sonntag Morgen des 21. September: Unter dem passenden Motto „Piraten“ fanden sich 9 Spielmobile aus Norddeutschland bei der Landesgartenschau in Schleswig zusammen, um den großen und kleinen Besuchern ein interessantes und umfangreiches Programm zu bieten. Mit dabei waren die Spielbusse von Fidibus aus Norderstedt, das Spielmobil aus Lübeck, die Rappelkiste und das Spielmobil aus Flensburg, das Wespi aus Wedel, das Juks Mobil aus Plön, SpielTiger e.V. und MOBILE aus Hamburg sowie HUGO aus McPom. Die LAG Spielmobile Schleswig-Holstein e.V. hatte zusammen mit den Spielbussen und insgesamt 50 Akteuren ein buntes Angebot auf die Beine gestellt, das von den Besuchern der Gartenschau begeistert gestürmt wurde.

Für sechs Stunden wurde die große Spielwiese direkt an der Schlei zu einer Piratenhochburg. Und piratig-schöne Aktivitäten gab es zur Genüge! Davon konnten sich im Laufe des Nachmittages über 1.000 Besucher überzeugen und aus den verschiedensten Angeboten wählen.

Beim Spielmobil Plön wurden Buddelschiffe und bei MOBILE aus Hamburg Knochenketten gebastelt. Bei den Flensburgern wurden kreativ Kopftücher und Augenklappen hergestellt. An der Feuerstelle vom Spielmobil HUGO aus Sanitz, McPom schmiedeten die Piraten echte Enterhaken und nebenan konnten sie beim Fidibus aus Norderstedt Piratendiplome erwerben. Auf der Rollenrutsche von der Rappelkiste aus Flensburg bretterten Piraten über die Planke. Bei Wespi aus Wedel konnten sie sich, nachdem sie mit Piraten-Tattoos versehen worden waren mit der Leiterakrobatik im Entern üben.

Ein absoluter Hingucker war das 4 Meter hohe Piraten-4-Gewinnt des Spielmobils aus Lübeck. Die überdimensionalen Spielsteine waren extra anlässlich des Spielfestes im Piratenoutfit gestaltet worden. Die Bewegungsbaustelle des SpielTiger e.V. aus Hamburg wurde ebenfalls begeistert gestürmt. Große und kleine Kids versuchten über das „Piratenschiff“ aus Brettern, Kisten, Tauen und Netzen zu laufen, ohne in die tiefe See zu fallen. Gleich nebenan im Spielmobil gab es Schwerterbasteln und das im Akkord! Innerhalb von zwei Stunden waren die Materialien für über 100 Schwerter aufgebraucht und wilde Piratenkämpfe wurden sich vor dem Mobil geliefert.

Ein gemeinsamer Höhepunkt des Festes war die Piratenreise mit dem Schwungtuch. Dabei schwangen die Piraten zu abenteuerlicher Piratenmusik das Tanzbein und ließen den Käptn auf dem Schwungtuch tanzen.

Das Infozelt der Landesarbeitsgemeinschaft Spielmobile Schleswig-Holstein e.V. wurde neben Information auch zum Buttons machen genutzt. Wer wollte, konnte sich einen Piratenbutton mit seinem Namen stanzen lassen. Man muss ja auch wissen, wen man am Ende im Schwertkampf besiegt hatte.

Kurzum, für jeden war etwas dabei und neben den Kids kamen auch die Eltern nicht zu kurz. So manch einer versuchte dann doch mal sein Glück beim Piraten-Dosenwerfen, beim Drahtseillaufen,  beim Wikingerspiel oder bei den vielen Spielen, die die Spielmobile auf der Wiese verteilt hatten.

Alles in allem war es für die vielen Kinder ein unvergesslicher Nachmittag mit tollen Aktionen, gutem Wetter, einem herrlichen Ambiente und bester Laune. Und so ganz nebenbei hatten die Besucher die Möglichkeit einen guten Einblick in die Spielmobilarbeit in Norddeutschland zu bekommen, was von der Landesarbeitsgemeinschaft Spielmobile Schleswig-Holstein auch beabsichtigt wurde. Ob in Lübeck, Flensburg, Norderstedt, Plön, Wedel, McPom oder Hamburg: Die Spielmobile versuchen mit ihrer offenen Kinder- und Jugendarbeit auf die Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen einzugehen und ihnen ein attraktives und wirkungsvolles Programm zu bieten. In diesem Sinne war das Piratenfest auf der Landesgartenschau 2008 in Schleswig ein voller Erfolg!

Ein besonderer Dank geht an die Veranstalter der Landesgartenschau, die dieses große Spielfest mit einer Aufwandsentschädigung für die teilnehmenden Akteure mit ermöglicht hat.